Türchen öffnen im Advent: Unsere Mitarbeiter geben private Einblicke und zeigen, was sie in ihrer Freizeit so anstellen. Heute: Tobi Kunert sucht seine Grenzen bei Hindernisläufen.

Schlank ist er, groß, ein jung gebliebener, sportlicher Typ. Man sieht ihm an, dass er kein Couchpotato ist. Aber was er macht, ist etwas mehr als gewöhnliches Training. Tobi Kunert, Mitarbeiter in der Neuradmontage bei Zweirad Würdinger in Vilshofen, sucht seine Grenzen bei den extremsten Hindernisläufen Deutschlands. Heuer hat er den Tough Mudder Nürnberg gefinisht – und hat jetzt richtig harte Pläne.

Ausgelöst hat seine Leidenschaft für das Extreme eigentlich ein Zufall. Ein guter Freund hatte sich schon lange für den Tough Mudder angemeldet. Weil keiner aus seiner Familie und seinem Bekanntenkreis mitmachen wollte, bat er Tobi mitzukommen. Nur 4 Wochen vor dem Start sagte dieser spontan zu.

„Ich hab mir das schon zugetraut. Ich mache ja ohnehin viel Sport und habe daher eine gute Grundkondition, auch wenn ich bis dahin noch nie einen Hindernisparcours gelaufen bin“, erinnert er sich. Tobi Kunert ist seit 2010 Selbstverteidigungstrainer für Erwachsene und Kinder. An Kraft und Koordination mangelt es ihm also nicht. „Und ab und an gehe ich schon mal eine Runde laufen“, sagt er und lacht. Die Grundvoraussetzungen waren also auch ohne spezielles Training gut. Und so startete Tobi heuer erstmals beim Tough Mudder in Nürnberg.

10 km Strecke – 15 Hindernisse – Steigungen bis zu 50% – nasskaltes Schmuddelwetter! „Wir hatten uns zu Hause mal ausgerechnet, wie schnell wir in etwa durch den Parcours durchkommen können. Wir kamen auf rund 1,5 Stunden“, erinnert er sich und lacht. Denn die Realität sah anders aus. Ganze vier Stunden quälten sich Tobi und sein Partner durch Matsch und Schlamm. „Es war nicht der Parcours, der mich an meine Grenzen gebracht hat, es waren vielmehr die langen Wartezeiten an den Hindernissen.“ Denn mehrere tausend Teilnehmer gingen an den Start. Dass sich so eine Masse auf 10 km kaum verteilt, versteht sich von selbst. „Du schwimmst durch eiskaltes Schlammwasser, läufst triefend zum nächsten Hindernis und da stehst du und wartest und wartest und wartest. Irgendwann bibberst du vor Kälte, du spürst weder Zehen noch Finger – und so sollst du dann über das nächste Hindernis. Irgendwann hab ich angefangen, auf der Stelle zu laufen und zu springen, um warm zu bleiben“, erinnert sich Tobi. 

Nach dem viel gefürchteten Stromhindernis gefragt, schüttelt er nur den Kopf. „Dieses steht direkt vorm Ziel. Du hörst die Leute schon jubeln, siehst den Zielbogen und willst da nur noch durch. Ich hab die leichten Schläge überhaupt nicht mehr gespürt.“

Nach vier Stunden haben Tobi und sein Partner das Ziel erreicht, sie haben alle Hindernisse gemeistert und sind sich beide sicher: Es war nicht der letzte Hindernislauf!

Tobis nächstes großes Ziel: Gettingtough – The Race! Am ersten Samstag im Dezember 2018 will er beim wohl härtesten Hindernislauf Europas an den Start gehen. Die Neoprenhandschuhe und wasserdichten Laufschuhe liegen schon bereit. Denn das Training beginnt exakt jetzt. Kein Bachlauf, keine Pfütze, kein umgefallener Baumstamm ist mehr vor Tobi sicher. Er ist draußen bei Wind und Wetter, im Idealfall sogar bei Eis und Schnee. Denn für diesen Lauf braucht es doch etwas mehr als gewöhnliches Lauftraining. 24 km Trailstrecke, über 1000 hm, 150 Hindernisse mit zahlreichen Schlamm und Wasserelementen – das Ganze im Dezember bei eisigen Temperaturen! Tobi hat nur ein Ziel: „Ich will da durch!“