
Er berichtet uns Folgendes: „Die Bahn in Apeldoorn ist super! Es ist eine Holzbahn komplett in der Halle, die noch ziemlich neu ist. Die Bahn ist ähnlich steil wie die in Cottbus – also sehr steil, aber super zu fahren und sehr schnell! Über 10 Nationen wie Holland, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Österreich, Polen, Tschechien, Wales, usw. waren am Start vertreten – Wahnsinn!
Los gings mit der Qualifikation über die 200-Meter-fliegend. Mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 10,717 Sekunden belegte ich den 4. Platz – für mich ein super Ergebnis!
Nach kurzer Erholung ging es mit dem Teamsprint weiter. Wir schafften mit einer Zeit von 47,622 Sekunden einen suuuper 4. Platz und das, obwohl wir bislang weder in der Besetzung noch in der Reihenfolge schonmal zusammen gefahren sind!
Danach kam Keirin und das wurde ein harter Kampf. Es wurde als Poolsprint-Keirin gefahren! Die 30 schnellsten aus der Quali über die 200 m wurden in 5 Pools/Gruppen mit jeweils 6 Fahrer eingeteilt. Als Viertschnellster war ich im fünften und stärksten Pool! Wir mussten 4 Durchgänge/Serien fahren, bei dem der Erst- und Zweitplatzierte jeweils einen Pool höher steigt und die beiden Letzten immer einen Pool absteigen. Im ersten Lauf musste ich also gegen die 5 schnellsten Fahrer Europas batteln und wurde leider 5ter. Ich stieg ab und kam in den zweitbesten Pool. Den zweiten Lauf konnte ich gewinnen und stieg wieder in den stärksten Pool auf. Dann hieß es kämpfen, um auf jeden Fall in dem Pool zu bleiben, denn die 4. Serie war Finallauf um die Platzierungen! In der 3. Serie musste ich also mindestens 4. werden, um im Finallauf um Platz 1-6 zu fahren. Das Derny ging raus und ich hing mich gleich an einen Franzosen, ich auf Position 6, letzter Platz. Dann fuhr ich unter den Franzosen, drückte ihn nach oben, fuhr an ihm innen vorbei – Platz 5. Auf der Zielgeraden, so gut wie auf Platz 4 liegend, scherte plötzlich ein anderer Franzose nach oben aus bzw. zog genau in meine Fahrlinie! Ich musste nach oben ausweichen, rausnehmen und landete im Ziel auf Platz 5. Wenn das nicht gewesen wäre, hätte ich den 4. Platz gemacht und wäre im stärksten Pool geblieben. Bevor es in den finalen 4. Lauf ging, wurden die Finalisten um die Plätze 1-6 genannt – ich war mit dabei! Der Franzose, der mich behinderte, wurde deshalb distanziert und ich rückte so ins Finale um die Plätze 1 bis 6 vor.
Im Finale hing ich mich wieder an einen Franzosen, diesmal der mit der 200-Meter Bestzeit. Als er aber brutalst auf über 70 km/h beschleunigte, konnte ich nicht mehr mithalten und musste mich am Ende mit einem ganz knappen 5. Platz zufrieden geben.
Am Sonntag stand das 1000-Meter Zeitfahren und der Sprint Mann gegen Mann auf dem Programm. Mein Trainer meinte aber, der Sprint reicht, die 1000m brauche ich nicht fahren. Und beim Sprint soll ich kein Risiko gehen, nur mitfahren und Erfahrung sammeln, die Platzierung ist egal. Nach 3 Durchgängen belegte ich am Ende den 7. Platz.
Es war eine super Erfahrung und es hat richtig Spaß gemacht mal gegen andere Fahrer zu fahren. Es war richtig cool und ich freu mich total, wenn ich vielleicht bald wieder international starten darf.“

