
Der 16-Jährige berichtet: „Ich ging bei 4 Disziplinen an den Start und wurde 2x deutscher Meister (Teamsprint und Keirin) und 2x deutscher Vizemeister (1000 m Zeitfahren und Sprint) – ich kann‘s noch immer nicht glauben!
Bereits nach meiner ersten Silbermedaille über die 1000 m sagte mir der Bundestrainer, ich bin bei der EM in Anadia/Portugal, sowie bei der WM in Montichiari/Italien mit dabei – saugeil, obwohl ich anfangs schon etwas enttäuscht war, weil ich um nur 0,1 Sekunde den Sieg verpasst habe! Beim Sprint reichte es diesmal leider auch nicht Carl Hinze zu bezwingen, er war einfach stärker und hatte die bessere Taktik gegen mich. Für mich war der 2. Platz aber genauso Hammer.
Beim Teamsprint wollten wir für unseren Teamkollegen Sascha Deringer, für den es das letzte Rennen war und für unseren Verein den RV 08 Dudenhofen, nochmal alles geben. Timo Bichler und ich wussten, wir müssen schnell sein, dürfen aber Sascha als Schlussfahrer, der nicht im Bundeskader ist, auf keinen Fall verlieren. Es lief perfekt, Sascha biss die Zähne zusammen und war die ganze Zeit hinten dran, sodass wir bereits den Vorlauf mit 0,6 Sekunden Vorsprung auf den Titelverteidiger aus Schwerin gewinnen konnten. Damit waren wir im Finale um Platz 1 und 2! Die Schweriner waren aber so nervös, dass sie gleich mit einem Frühstart ins Finale starteten. Spätestens jetzt wussten wir, es muss klappen. Mit 1,1 Sekunden Vorsprung haben wir am Ende gewonnen – es war so geil, zum ersten mal ganz oben zu stehen und die deutsche Hymne gespielt zu bekommen, ein unbeschreibliches Gefühl.
Nochmal voll motiviert ging ich gestern beim Keirin an den Start – ich wollte unbedingt gewinnen. Bereits im Vorlauf waren alle so brutal nervös, dass Carl Hinze durch einen selbst verschuldeten Fahrfehler zu Sturz kam. Das Finale war unglaublich schnell und nicht viel anders als der Vorlauf. Aber eine Runde vor Schluss war ich in einer super Position und dachte, ich muss nur noch durchziehen – der Zweite Titel war damit perfekt. Es ist unglaublich, ich kann‘s noch immer nicht glauben.
Am Ende kam der Bundestrainer nochmal zu mir und meinte, er hat was für mich und übergab mir ein neues FES-Bahnrad – wie Weihnachten und Ostern zusammen.
Diese Woche habe ich noch Schule bevor die Ferien beginnen. Dann geht‘s zum Internationalen Großen Preis von Deutschland nach Cottbus. Danach zur EM-Vorbereitung nach Frankfurt und in drei Wochen fliegen wir nach Portugal zur EM – ich bin schon so gespannt und freue mich total.“

